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  • camilla holzer

Gestaltung verschiedener Kulturen - Teil 1 Japan

Kultur beeinflusst das Design.



In einem Projekt analysierten wir die Anwendung der Gestaltung von verschiedenen Kulturen und wurden uns den grossen Einfluss einer jeweiligen Kultur bewusst: Menschen verschiedener Kulturen haben nicht nur unterschiedliche Weltanschauungen und Traditionen, sondern auch differenzierte Wahrnehmungen von ihrem visuellen Umfeld. Trotz globaler Produkte, müssen die Menschen verschiedener Kulturen auf unterschiedliche Weise angesprochen werden. Die kulturelle Betrachtung spielt eine wichtige Rolle für die Kaufmotivation sowie die Wahrnehmung und Verarbeitung von Werbebotschaften.


Kulturelles Schaffen bereichert unsere Gesellschaft auf vielfältige Weise. Wer die kulturellen Unterschiede kennt und strategisch zu nutzen weiss, verfügt über einen Wettbewerbsvorteil auf internationalen Märkten.


Anhand einer Analyse von verschiedenen Ländern wurden kulturelle Unterschiede bei der Gestaltungsanwendung ermittelt: Zum Vergleich standen sechs verschiedene Kulturen: Etwas südländisch Temperamentvolles wie Brasilien, ein orientalisches Land wie Marokko, das Skandinavische, ein farbenfrohes Land wie Indien, Asien - mit dem Fokus auf Japan und etwas südländisch Mediterranes wie Griechenland.


Analysiert wurde die Anwendung und der Umgang von Schrift und Layoutgestaltung auf Signalisationen, Wegweisern, Bodenbeschriftungen, Verkehrstafeln, allgemeinen Infotafeln, Zeitungen, Magazinen, Plakaten, Bilderbüchern sowie diversen Verpackungen.


In einem Farbkreis wurden jene Farben ausgewertet, welche im entsprechenden Land am häufigsten vorzufinden sind und auch in der Gestaltung am ehesten verwendet werden.

In einem nächsten Schritt wurden Formen, Formgebungen und Muster gesucht, welche sich im entsprechenden Land wie auch in ihrer Designgestaltung wiederholten.


Nach dieser Analyse versuchten wir ein eigenes Corporate Design im ausgewählten Länderstil nachzuahmen und daraus etwas Neues zu erschaffen.



Japan


Japan ist auf der einen Seite bekannt als das Land des dezenten Designs, parallel dazu hat Japan aber gleichzeitig eine visuelle Kultur mit grellen Seiten.



Auf vielen Werbeunterlagen, Broschüren sowie Verpackungen sind Comicfiguren abgebildet. In Japan scheint es keinen Widerspruch zwischen seriösen Themen und comicartiger Bebilderung, wie Häschen oder Superhelden im Mangastil, zu geben. Nach japanischem Verständnis werden Comicfiguren nicht als kindisch angesehen, sondern als wichtiger Faktor um eine Botschaft aufzulockern. Das Prinzip des Niedlichen und Kindlichen beeinflusst in Japan viele Branchen wie auch die Mode und die Musikwelt. Selbst grosse Industriefirmen werden von putzigen Maskottchen vertreten, da diese angeblich einen freundlichen und weichen Eindruck vermitteln.


Im Gegensatz zur bunten, niedlichen Pop-Kultur von Japan, steht das Prinzip der Einfachheit. Vor allem im Innendesign treten an die Stelle von Extravaganz schlichte Formen und natürliche Materialien. Der japanische Minimalismus wird häufig auf den Einfluss des Zen-Buddhismus zurückgeführt. Bei der Bemalung von japanischen Wandschirmen sowie bei Farbholzdrucken wurden z.B. bewusst Stellen frei gelassen um dem Betrachter Raum zur Entfaltung seiner Gedanken zu geben.



In japanischen Mustern werden oftmals Wellenformen, Koifische oder japanische Kirschblüten dargestellt. In den Formen kommt häufig das Spitzförmige zum Ausdruck, wie beim Berg «Fuji» - Japans heiliges Natursymbol, bei den japanischen Schirmen, beim japanischen Kegelhut aus Bambus oder auch in der spitzigen Architektur. Teilweise ist es auch in der japanischen Schrift zu erkennen.



Für unser Corporate Design Versuch wollten wir auf den japanischen Minimalismus eingehen und haben uns in der Gestaltung auf das Dezente und die Einfachheit beschränkt. In einer Folgeanwendung könnte jedoch durchaus ein Maskottchen im Mangastil zur Erscheinung kommen.


Briefbogen mit Vorder- und Rückseite und Visitenkarten mit Vorder- und Rückseiten im japanischen Stil
Produktfolder im japanischen Stil


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Agenturprojekt: Forschung und Bildung, Frühling 2020

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